Umzug am Sonntag – ist das erlaubt?

Januar 7, 2026

Du stehst mitten in der Umzugsplanung, hast aber nur am Wochenende Zeit? Viele denken dann: „Dann ziehe ich eben am Sonntag um – da hab ich endlich Ruhe!“ Doch Vorsicht – ein Umzug am Sonntag ist in Deutschland rechtlich nicht so einfach.

In diesem Artikel erfährst du, ob du sonntags umziehen darfst, wann Ausnahmen gelten, wie du Lärmprobleme und Bußgelder vermeidest und welche Alternativen sich anbieten. Wenn du deinen Umzug gerade planst, lies auch unseren Beitrag Umzug richtig planen mit Checkliste und Zeitplan.


Grundsätzlich gilt: Sonntags ist Umziehen verboten

In Deutschland sind Sonn- und Feiertage laut Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) und den Landesimmissionsschutzgesetzen als Ruhetage geschützt. Das bedeutet:

  • Lärmende Tätigkeiten wie Bohren, Hämmern, Möbeltragen oder das Starten von Umzugswagen sind nicht erlaubt.
  • Auch gewerbliche Umzugsunternehmen dürfen sonntags in der Regel nicht arbeiten.

Das Ziel: die Sonntagsruhe der Bevölkerung zu wahren. Verstöße können Bußgelder von bis zu 5.000 Euro nach sich ziehen – je nach Bundesland.

Wenn du flexibel bist, plane deinen Umzug lieber an einem Samstag oder Brückentag. Tipps dazu findest du im Artikel Was kostet ein Umzug.


Wann ist ein Umzug am Sonntag erlaubt?

Trotz des Verbots gibt es Ausnahmen, die es ermöglichen, auch am Sonntag umzuziehen – allerdings mit Einschränkungen:

1. Privater Umzug ohne Lärm:
Wenn du nur ein paar Kisten oder Kleidung transportierst und dabei keinen Lärm verursachst, kannst du das grundsätzlich tun.
Aber: Kein Bohren, Möbelaufbau oder Möbelrücken!

2. Genehmigung durch die Stadt:
In Ausnahmefällen kannst du beim Ordnungsamt eine Sondergenehmigung beantragen.
Beispielsweise:

  • Beruflicher Umzug mit zwingendem Termin
  • Einzug in eine Dienstwohnung
  • Zeitlich begrenzter Zugang zum Gebäude

Die Genehmigung ist meist kostenpflichtig (ca. 25–50 €) und sollte mindestens eine Woche im Voraus beantragt werden.

3. Umzugsunternehmen mit Ausnahmebewilligung:
Einige Firmen besitzen eine Sonderlizenz für Sonn- und Feiertage, etwa bei Auslandstransporten oder Notfällen. Frage beim Anbieter direkt nach.


Warum ist der Umzug am Sonntag problematisch?

Neben der rechtlichen Lage spielt auch die soziale Komponente eine Rolle. Sonntag ist für die meisten Nachbarn ein Ruhetag. Ein ratternder Möbelwagen oder lautes Möbelrücken sorgt schnell für Ärger.

Ein Beispiel:
Wenn du Sonntagvormittag anfängst, Schränke zu schleppen, riskierst du nicht nur eine Anzeige, sondern auch ein dauerhaft angespanntes Verhältnis zur Nachbarschaft – und das will keiner.

Darum gilt: Rücksicht geht vor Recht. Lieber den Umzug etwas verschieben, als Stress und Bußgelder riskieren.


Welche Alternativen gibt es zum Sonntagsumzug?

Wenn du zeitlich gebunden bist, gibt es gute Lösungen:

  • Freitag freinehmen: Viele Arbeitgeber gewähren Sonderurlaub für Umzüge – meist einen Tag. Frag einfach in deiner Personalabteilung nach.
  • Samstags umziehen: Der Klassiker – alle Geschäfte haben geöffnet, du kannst Material besorgen und darfst Geräusche verursachen.
  • Abends umziehen: Wenn du unter der Woche arbeitest, kannst du Möbel schrittweise abends transportieren – ohne lautes Werkzeug.
  • Teilen und planen: Wenn du nur wenig Hab und Gut hast, kannst du in Etappen ziehen – zum Beispiel Freitag Möbel, Sonntag Kisten.

Wenn du wissen willst, wie du den Ablauf am besten organisierst, lies unseren Beitrag Umzug richtig planen.


Was droht, wenn du trotzdem am Sonntag umziehst?

Das hängt vom Einzelfall ab – in der Regel drohen:

  • Bußgelder von 50 bis 5.000 Euro
  • Abmahnungen vom Ordnungsamt
  • Polizeieinsatz bei Ruhestörung

In Mietshäusern kann es zusätzlich Abmahnungen vom Vermieter geben, wenn Nachbarn sich beschweren. Auch das Risiko, dein Verhältnis zur Hausgemeinschaft zu belasten, ist hoch.


Tipp: Plane clever – spare Zeit, Geld und Nerven

Wenn du deine Umzugsplanung früh startest, brauchst du gar keinen Sonntag. Buche rechtzeitig das Umzugsunternehmen, kümmere dich um Halteverbotsschilder und plane das Wochenende effektiv.
Wie das geht, zeigt dir der Artikel Umzug planen – Zeitplan & Vorbereitung.

Oder möchtest du alles selbst machen? Dann hilft dir der Ratgeber Was kostet ein Umzug dabei, die Kosten realistisch einzuschätzen.


Fazit: Umzug am Sonntag? Lieber gut planen statt riskieren

Klar, der Sonntag wäre praktisch – aber gesetzlich ist ein Umzug an diesem Tag nur mit Ausnahmegenehmigung erlaubt. In den meisten Fällen lohnt es sich, einfach einen Tag früher oder später zu ziehen.

Plane clever, nimm dir frühzeitig frei oder nutze den Samstag – so sparst du dir Stress, Strafen und Ärger mit den Nachbarn.

Wenn du noch wissen möchtest, wie du deine Adresse nach dem Umzug richtig änderst, lies den Artikel Wohnsitz ummelden.

FAQ – Häufige Fragen zum Umzug am Sonntag

Darf ich am Sonntag privat umziehen?

Nur, wenn du keinen Lärm verursachst – also keine Möbel trägst oder baust. Kisten leise zu tragen ist erlaubt.

Was passiert, wenn ich am Sonntag mit einem Umzugswagen fahre?

Das reine Fahren ist erlaubt, aber das Be- und Entladen gilt als Arbeitstätigkeit – und ist daher untersagt.

Kann ich eine Ausnahmegenehmigung bekommen?

Ja, beim Ordnungsamt deiner Stadt. Gründe müssen aber nachvollziehbar sein (z. B. beruflicher Umzug).

Wie hoch ist das Bußgeld bei einem Sonntagsumzug?

Je nach Bundesland zwischen 50 und 5.000 Euro.

Wann ist der beste Tag für den Umzug?

Freitag oder Samstag – du hast ausreichend Zeit und darfst legal arbeiten.

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