Wohnsitz ummelden – Fristen, Kosten & Unterlagen 2025

Januar 7, 2026

Du bist endlich umgezogen – Kartons sind ausgepackt, Möbel stehen, vielleicht läuft schon der erste Kaffee. Doch bevor du dich vollständig entspannst, wartet noch ein wichtiger Schritt: die Wohnsitz-Ummeldung. Sie ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben und sollte innerhalb von zwei Wochen erledigt werden.

In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige zur Ummeldung deines Wohnsitzes: welche Fristen gelten, welche Dokumente du brauchst, wie hoch die Kosten sind und was du bei der Adressänderung beachten musst. Wenn du deinen Umzug noch planst, lies auch unseren Ratgeber Umzug richtig planen – dort findest du eine detaillierte Checkliste.


Wann musst du deinen Wohnsitz ummelden?

Laut § 17 Bundesmeldegesetz (BMG) musst du dich innerhalb von 14 Tagen nach deinem Einzug beim zuständigen Einwohnermeldeamt anmelden. Die Frist beginnt am Tag des tatsächlichen Einzugs, also wenn du die Wohnung bewohnst, nicht erst mit Vertragsbeginn.

Verpasst du die Frist, droht ein Bußgeld von bis zu 1.000 Euro – je nach Kommune. Deshalb lohnt es sich, den Termin frühzeitig zu vereinbaren oder online zu buchen.

Wenn du noch nicht sicher bist, wann du deinen Umzug angehen willst, hilft dir der Artikel Umzug richtig planen mit Zeitplan und Tipps.


Welche Unterlagen brauchst du für die Wohnsitz-Ummeldung?

Für die Ummeldung benötigst du:

  • Personalausweis oder Reisepass
  • Wohnungsgeberbestätigung (vom Vermieter oder Eigentümer auszufüllen)
  • ggf. Meldeformular (je nach Gemeinde online oder vor Ort)
  • bei Familien: Ausweise aller Haushaltsmitglieder
  • bei Kindern: Geburtsurkunde oder Kinderausweis

Die Wohnungsgeberbestätigung ist besonders wichtig – ohne sie kann die Ummeldung nicht abgeschlossen werden. Sie bestätigt, dass du tatsächlich in die neue Wohnung eingezogen bist.


Wie funktioniert die Ummeldung? Schritt-für-Schritt-Anleitung

  1. Termin beim Bürgeramt vereinbaren: Viele Städte bieten Online-Termine oder Walk-In-Schalter.
  2. Formular ausfüllen: Entweder online vorab oder direkt vor Ort.
  3. Unterlagen mitbringen: Personalausweis, Wohnungsgeberbestätigung und ggf. Familiennachweise.
  4. Bestätigung erhalten: Nach erfolgreicher Ummeldung bekommst du eine Meldebescheinigung – die solltest du gut aufbewahren.

Manche Städte bieten bereits eine Online-Ummeldung an. Informiere dich dazu auf der Webseite deiner Kommune.


Was kostet die Wohnsitz-Ummeldung?

Die Kosten variieren je nach Stadt und Bundesland. In der Regel liegt die Gebühr zwischen 10 und 30 Euro pro Person. Bei Familien wird oft nur eine Gebühr pro Haushalt fällig.

Tipp: In einigen Städten (z. B. Berlin) ist die Ummeldung kostenlos. Prüfe das am besten vorab auf der Website deines Bürgeramts.


Welche weiteren Änderungen du nach dem Umzug vornehmen solltest

Die Ummeldung beim Bürgeramt ist nur der erste Schritt. Du solltest auch deine Adresse bei wichtigen Institutionen anpassen:

  • Banken und Versicherungen
  • Arbeitgeber und Krankenkasse
  • Strom-, Gas- und Internetanbieter
  • Beitragsservice (GEZ)
  • Kfz-Zulassungsstelle (bei Fahrzeughaltern)
  • Vereine, Abos, Online-Shops

Eine vollständige Übersicht findest du in unserer Umzug-Checkliste.


Nachsendeauftrag – so bleibt deine Post nicht liegen

Damit keine wichtigen Briefe verloren gehen, solltest du bei der Deutschen Post einen Nachsendeauftrag einrichten. Du kannst ihn online abschließen – für 6 oder 12 Monate. So wird Post automatisch an deine neue Adresse weitergeleitet, auch wenn du dich noch nicht überall umgemeldet hast.


Was passiert, wenn du dich nicht rechtzeitig ummeldest?

Versäumst du die Frist von zwei Wochen, kann ein Bußgeld zwischen 10 und 1.000 Euro verhängt werden. In der Praxis sind es meist 25 bis 100 Euro, aber das kann sich summieren – vor allem, wenn mehrere Haushaltsmitglieder betroffen sind.

Darüber hinaus kann es Probleme bei Behörden, Banken oder Versicherungen geben, wenn du noch unter der alten Adresse geführt wirst.


Wie funktioniert die Ummeldung bei einem Umzug ins Ausland oder innerhalb Deutschlands?

Bei Umzug innerhalb Deutschlands:
Du meldest dich einfach in der neuen Stadt an – die Abmeldung aus der alten Wohnung erfolgt automatisch.

Bei Umzug ins Ausland:
Dann musst du dich abmelden, nicht ummelden. Das kannst du bis zu 7 Tage vor dem Auszug erledigen.

Mehr Informationen zu Auslandsumzügen findest du in unserem Ratgeber Umzug ins Ausland.


Sonderfälle: Zweitwohnsitz & Nebenwohnung

Wenn du einen Zweitwohnsitz anmeldest, gelten die gleichen Regeln – allerdings kann in einigen Städten eine Zweitwohnsitzsteuer anfallen. Diese liegt meist zwischen 5 und 15 % der Jahreskaltmiete.

Auch Studierende oder Berufspendler sollten sich rechtzeitig informieren, ob ihre Stadt diese Steuer erhebt.


Fazit: Wohnsitz-Ummeldung – Pflicht, aber halb so schlimm

Die Ummeldung nach dem Umzug ist kein großer Aufwand – wenn du weißt, was du brauchst. Plane einfach ein paar Tage nach dem Einzug ein, nimm die nötigen Unterlagen mit und erledige es gleich. Dann kannst du dich ganz auf dein neues Zuhause konzentrieren.

Wenn du deinen Umzug noch planst oder gerade in den letzten Vorbereitungen bist, schau dir auch Umzug richtig planen und Umzug von der Steuer absetzen an – dort findest du weitere Spartipps und praktische Anleitungen.


FAQ – Häufige Fragen zur Wohnsitz-Ummeldung

Wie lange habe ich Zeit, um mich umzumelden?

Du musst dich innerhalb von 14 Tagen nach dem Einzug beim Bürgeramt anmelden.

Welche Strafe droht, wenn ich mich zu spät anmelde?

In der Regel zwischen 25 und 100 Euro, in Einzelfällen bis zu 1.000 Euro.

Kann ich die Ummeldung online erledigen?

In vielen Städten ja – prüfe das auf der Website deiner Stadtverwaltung.

Was kostet die Ummeldung?

Je nach Stadt zwischen 10 und 30 Euro, teils kostenlos.

Brauche ich die Wohnungsgeberbestätigung wirklich?

Ja, ohne sie ist die Ummeldung nicht möglich. Sie bestätigt den tatsächlichen Einzug.

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