Juni 26, 2026

Ein Nachsendeauftrag beim Umzug sorgt dafür, dass deine Post dir hinterherzieht – auch wenn du eine Adresse mal vergisst. Denn beim Umzug denkst du an tausend Dinge. Da rutscht schnell eine Adressänderung durch. Genau dann rettet dich der Nachsendeauftrag vor verpasster, wichtiger Post.

In diesem Ratgeber zeige ich dir, was ein Nachsendeauftrag genau ist, was er kostet und wie du ihn in wenigen Minuten einrichtest. Du erfährst außerdem, warum er die echte Ummeldung nicht ersetzt – und bei wem du deine neue Adresse trotzdem selbst melden musst. So verpasst du keine Rechnung, kein Amtsschreiben und keinen Brief mehr.


Was ist ein Nachsendeauftrag und warum brauchst du ihn beim Umzug?

Ein Nachsendeauftrag beim Umzug ist ein Service der Deutschen Post. Du sagst der Post einfach: „Alles, was an meine alte Adresse geht, schick bitte an die neue.“ Die Post leitet deine Briefe dann automatisch an dein neues Zuhause weiter. Das läuft im Hintergrund, ohne dass du etwas tun musst.

Warum das so wichtig ist? Weil eine gute Umzugsplanung viele Adressänderungen mit sich bringt. Bank, Versicherung, Arbeitgeber, Ämter – überall musst du deine neue Adresse hinterlegen. Bis das überall angekommen ist, vergehen oft Wochen. Der Nachsendeauftrag überbrückt genau diese Zeit.

Der Nachsendeauftrag ist dein Sicherheitsnetz: Er fängt die Post auf, an deren Absender du gerade nicht gedacht hast.

Gerade Behördenpost, Mahnungen oder Vertragsschreiben haben oft knappe Fristen. Verpasst du so einen Brief, kann das teuer werden. Ein Nachsendeauftrag kostet dagegen nur ein paar Euro. Er gehört deshalb auf jede Umzugscheckliste – am besten weit oben.


Laufzeit und Kosten: Was kostet ein Nachsendeauftrag?

Wenn du einen Nachsendeauftrag stellen willst, legst du vor allem das Startdatum fest. Die Laufzeit ist für Privatkunden derzeit fest: Die Deutsche Post bietet nur noch 6 Monate an. Brauchst du danach länger, erteilst du nach Ablauf einen neuen Auftrag und planst dafür 5 Werktage Bearbeitungszeit ein.

Wichtig ist auch der Unterschied zwischen privat und gewerblich. Ein privater Nachsendeauftrag ist deutlich günstiger als ein gewerblicher. Online im Shop der Deutschen Post zahlst du 3 Euro weniger als in der Filiale oder an der Poststation. Die folgenden Preise nennt die Post im September 2026, prüfe sie vor der Beauftragung.

6 Monate, beauftragtPrivatkundenGeschäftskunden
Online31,90 €51,90 €
Poststation34,90 €54,90 €
Filiale34,90 €nicht angeboten

Diese Beträge gelten pro Auftrag, nicht pro Monat. Ein Nachsendeauftrag für die ganze Familie geht oft in einem Auftrag – solange alle Personen denselben Namen tragen oder du sie als Firmenangehörige einträgst. Bei mehreren Nachnamen brauchst du meist getrennte Aufträge. Kalkuliere das ruhig in deine Umzugskosten mit ein.

Online statt Filiale: So sparst du beim Nachsendeauftrag 3 Euro.


Post nachsenden lassen: So richtest du den Auftrag ein

Post nachsenden lassen ist zum Glück einfach. Du hast zwei Wege: online oder in der Filiale. Online geht es am schnellsten und ist günstiger. In der Filiale bekommst du dafür persönliche Beratung, falls du unsicher bist. Beide Wege dauern nur wenige Minuten.

  • Online: Rufe die Website der Deutschen Post auf, wähle „Nachsendeservice“, gib alte und neue Adresse ein, Laufzeit festlegen, bezahlen – fertig.
  • In der Filiale: Nimm deinen Ausweis mit, fülle das Formular aus und bezahle direkt am Schalter. Ideal, wenn du kein Online-Banking nutzt.

Wichtig ist der Vorlauf: Beantrage den Nachsendeauftrag etwa fünf Werktage vor deinem Umzug. Die Post braucht diese Zeit, um alles einzurichten. Als Startdatum trägst du den Tag ein, ab dem die Post an die neue Adresse gehen soll – meist dein Einzugstag. So gibt es keine Lücke, in der Briefe noch an die alte Wohnung fallen.

Plane diesen Schritt fest in deinen Zeitplan ein. In unseren Umzugstipps findest du weitere Aufgaben, die du rund um den Umzugstermin nicht vergessen solltest. Ein kleiner Reminder im Kalender genügt, damit der Nachsendeauftrag rechtzeitig steht.


Was der Nachsendeauftrag NICHT ersetzt

Hier ist der häufigste Irrtum: Ein Nachsendeauftrag ist keine Adressänderung. Er leitet deine Post nur weiter. Deine echte Adresse bleibt bei Ämtern, Banken und Verträgen weiterhin die alte – so lange, bis du sie selbst änderst. Der Nachsendeauftrag verschafft dir also nur Zeit, ersetzt aber keine einzige Ummeldung.

Am wichtigsten ist die Meldebehörde. Deinen Wohnsitz ummelden musst du innerhalb von zwei Wochen nach dem Umzug beim Bürgeramt. Das ist gesetzlich vorgeschrieben und kann bei Versäumnis ein Bußgeld kosten. Der Nachsendeauftrag hat damit nichts zu tun – beide Dinge musst du getrennt erledigen.

Merke dir: Der Nachsendeauftrag bringt dir die Post – die neue Adresse musst du überall selbst melden.

AufgabeNachsendeauftragEchte Ummeldung
Post erreicht dichJa, automatischJa, nach Adressänderung
Adresse offiziell geändertNeinJa
Gesetzlich PflichtNein, freiwilligJa (Meldebehörde)
Wirkt zeitlichBegrenzt (6 Monate)Dauerhaft

Nutze die Nachsende-Zeit deshalb aktiv. Jedes Mal, wenn ein weitergeleiteter Brief ankommt, siehst du sofort, wo deine Adresse noch alt ist. Melde dich dann direkt bei diesem Absender mit deiner neuen Anschrift. So arbeitest du deine Liste ganz nebenbei ab. Die Verbraucherzentrale empfiehlt ebenfalls, wichtige Verträge zeitnah zu aktualisieren.


Checkliste: Bei wem du deine Adresse wirklich ändern musst

Damit du niemanden vergisst, hier eine kompakte Übersicht. Arbeite sie am besten nach dem Umzug Schritt für Schritt ab. Der Nachsendeauftrag hilft dir dabei, denn er zeigt dir per Brief, welche Absender noch fehlen.

  • Meldebehörde: Bürgeramt am neuen Wohnort, innerhalb von zwei Wochen.
  • Banken & Versicherungen: Girokonto, Kredit, Haftpflicht, Hausrat, Kfz.
  • Arbeitgeber & Behörden: Personalabteilung, Finanzamt, Familienkasse, Rentenkasse.
  • Verträge: Strom, Internet, Handy, Streaming, Abos, Rundfunkbeitrag.
  • Kfz-Zulassung: neuer Wohnort in den Fahrzeugpapieren.

Bei einem Umzug gibt es außerdem Sonderfälle. Ziehst du mit deinem Partner zusammen, brauchst du bei unterschiedlichen Nachnamen oft zwei getrennte Nachsendeaufträge. Beim Zusammenziehen lohnt sich auch ein Blick auf die gemeinsamen Verträge. Vieles lässt sich zusammenlegen, was langfristig Kosten spart.

Ziehst du ins Ausland um, bietet die Deutsche Post ebenfalls einen Nachsendeservice an – dieser ist teurer und läuft meist kürzer. Prüfe hier genau die Konditionen. Wer die Grundlagen sauber plant, hat es leichter: Unsere Hinweise zum Umzugsunternehmen und dessen Kosten helfen dir, den Gesamtaufwand realistisch einzuschätzen.


FAQ – Häufige Fragen zum Nachsendeauftrag beim Umzug

Wie lange dauert es, bis der Nachsendeauftrag aktiv ist?

Rechne mit etwa fünf Werktagen Vorlauf. Beantragst du den Auftrag früh genug vor dem Umzug, läuft die Weiterleitung pünktlich ab deinem Wunschdatum. Kurzfristige Aufträge sind oft möglich, aber sicherer ist der Vorlauf.

Was kostet ein Nachsendeauftrag ungefähr?

Für Privatpersonen kostet der Nachsendeauftrag für 6 Monate online 31,90 Euro, in der Filiale oder an der Poststation 34,90 Euro (Stand September 2026). Gewerbliche Aufträge sind deutlich teurer. Die genauen Preise findest du aktuell bei der Deutschen Post.

Ersetzt der Nachsendeauftrag die Ummeldung beim Amt?

Nein. Der Nachsendeauftrag leitet nur deine Post weiter. Deinen Wohnsitz musst du zusätzlich innerhalb von zwei Wochen beim Bürgeramt ummelden. Beide Dinge sind getrennt und beide sind wichtig.

Kann ich den Nachsendeauftrag verlängern?

Nicht direkt. Nach Ablauf eines Nachsendeauftrags kannst du laut Deutscher Post jederzeit einen neuen erteilen. Die Bearbeitung dauert 5 Werktage, plane das ein, damit möglichst keine Lücke entsteht.

Gilt der Nachsendeauftrag auch für Pakete?

Nein. Der Nachsendeservice deckt Briefe, Postkarten, Einschreiben und einige weitere Briefsendungen ab. Die Nachsendung von DHL Paketen und Päckchen hat die Post zum 1. Juli 2024 eingestellt. Gib bei Bestellungen deshalb direkt die neue Adresse an. Prüfe das im Zweifel bei der Deutschen Post, wenn du viel online bestellst.

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