Umzug im Alter
Umzug ins Pflegeheim: Ablauf, Kosten und was Angehörige regeln müssen
Beim Umzug ins Pflegeheim laufen zwei Dinge gleichzeitig: der Einzug ins Heim und die Auflösung der bisherigen Wohnung. Für die Wohnung gibt es kein gesetzliches Sonderkündigungsrecht, deshalb entscheidet die Kündigungsfrist über die Kosten der Übergangszeit.
Die kurze Antwort: Den Heimvertrag kannst du als Bewohner sehr flexibel beenden, spätestens am dritten Werktag eines Monats zum Monatsende. Der Mietvertrag der alten Wohnung läuft dagegen mit drei Monaten Frist aus, es sei denn, der Vermieter stimmt einem Aufhebungsvertrag zu oder du stellst einen Nachmieter. Die Pflegekasse zahlt je nach Pflegegrad einen festen Betrag, den Rest trägt der Bewohner, bei fehlendem Einkommen das Sozialamt.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Kündigung Heimvertrag | 3. Werktag eines Monats zum Monatsende |
| Kündigung Mietwohnung | 3 Monate, ohne Sonderrecht bei Heimeinzug |
| Leistung der Pflegekasse, Pflegegrad 2 | 805 Euro im Monat |
| Leistung der Pflegekasse, Pflegegrad 5 | 2.096 Euro im Monat |
| Haushaltsauflösung 3-Zimmer-Wohnung | rund 1.000 bis 2.500 Euro |
Was steht im Heimvertrag, und wie kommst du wieder heraus?
Heimverträge fallen unter das Wohn- und Betreuungsvertragsgesetz. Es schützt die Bewohnerseite deutlich stärker als das übrige Vertragsrecht. Als Bewohner kannst du spätestens am dritten Werktag eines Kalendermonats zum Ablauf desselben Monats schriftlich kündigen. In den ersten zwei Wochen nach Vertragsbeginn geht die Kündigung sogar jederzeit und ohne Frist.
Der Anbieter dagegen darf nur aus wichtigem Grund kündigen, schriftlich und mit Begründung. Eine Kündigung, die nur der Entgelterhöhung dient, ist ausgeschlossen. Nachlesen kannst du beides in Paragraf 11 des Wohn- und Betreuungsvertragsgesetzes. Dieser Abschnitt ersetzt keine Rechtsberatung; im Einzelfall entscheidet die zuständige Stelle oder das Gericht.
Prüf vor der Unterschrift drei Punkte: Welche Leistungen sind im Entgelt enthalten, welche werden zusätzlich berechnet, und wie wird eine Entgelterhöhung angekündigt. Steigt das Entgelt, darfst du jederzeit zu dem Zeitpunkt kündigen, zu dem die Erhöhung verlangt wird.
Wer zahlt was: Pflegekasse, Eigenanteil und Sozialamt
Die Rechnung eines Pflegeheims besteht immer aus vier Blöcken: pflegebedingte Aufwendungen, Unterkunft und Verpflegung, Investitionskosten und, falls die Einrichtung ausbildet, eine Ausbildungsumlage. Die Pflegekasse übernimmt nur den ersten Block, und auch den nur bis zu einer festen Pauschale.
| Pflegegrad | Leistung der Pflegekasse je Monat | Wer trägt den Rest |
|---|---|---|
| Pflegegrad 1 | 131 Euro Zuschuss | Bewohner |
| Pflegegrad 2 | 805 Euro | Bewohner, ergänzend Sozialamt |
| Pflegegrad 3 | 1.319 Euro | Bewohner, ergänzend Sozialamt |
| Pflegegrad 4 | 1.855 Euro | Bewohner, ergänzend Sozialamt |
| Pflegegrad 5 | 2.096 Euro | Bewohner, ergänzend Sozialamt |
Die Beträge stehen in Paragraf 43 des Elften Buchs Sozialgesetzbuch, Stand 2026. Was über diesen Betrag hinausgeht, ist Eigenanteil. Er unterscheidet sich von Heim zu Heim erheblich, weil Unterkunft, Verpflegung und Investitionskosten regional stark schwanken.
Ab Pflegegrad 2 sinkt der Eigenanteil an den pflegebedingten Aufwendungen mit der Wohndauer: 15 Prozent Zuschlag im ersten Jahr, 30 Prozent nach zwölf Monaten, 50 Prozent nach 24 und 75 Prozent nach 36 Monaten.
Reichen Rente und Vermögen nicht aus, springt die Hilfe zur Pflege des Sozialamts ein. Den Antrag stellst du am besten schon vor dem Einzug, weil Leistungen in der Regel erst ab Antragstellung fließen. Kinder werden erst ab einem hohen Jahreseinkommen zum Unterhalt herangezogen; die genaue Grenze klärt das Sozialamt.
Die Mietwohnung auflösen: Fristen und der schnellere Weg
Ein Heimeinzug ist kein gesetzlicher Kündigungsgrund mit kurzer Frist. Es bleibt bei der normalen Regel: Kündigung spätestens am dritten Werktag eines Monats zum Ablauf des übernächsten. Das sind drei Monate doppelte Kosten, wenn das Heimentgelt schon läuft.
Zwei Wege verkürzen das. Der erste ist ein Aufhebungsvertrag, bei dem sich beide Seiten auf ein früheres Ende einigen. Der zweite ist ein Nachmieter, den du selbst vorschlägst. In angespannten Wohnlagen sagen Vermieter meist schnell zu. Wie du das rechtssicher aufsetzt, steht im Beitrag dazu, wie du einen Nachmieter stellst, die Fristen selbst erklärt der Beitrag zur Kündigungsfrist im Mietvertrag.
Was passt ins Zimmer, und was kostet die Haushaltsauflösung?
Ein Einzelzimmer im Pflegeheim hat oft 14 bis 20 Quadratmeter, inklusive Bad. Pflegebett, Nachttisch und Schrank stellt die Einrichtung meistens. Frag vor dem Einzug nach einem Grundriss mit Maßen und nach dem, was mitgebracht werden darf.
Bewährt hat sich eine kurze Liste: ein vertrauter Sessel, eine Kommode, Bilder, Fotos, die eigene Bettwäsche, eine Leselampe und die Lieblingsdecke. Alles, was nicht im Weg steht und Erinnerungen trägt, hilft beim Ankommen. Teppiche und lose Läufer sind dagegen Stolperfallen und in vielen Häusern nicht erlaubt.
| Wohnungsgröße | Haushaltsauflösung komplett | Dauer | Wertanrechnung möglich |
|---|---|---|---|
| 1 Zimmer, 35 Quadratmeter | 500 bis 1.200 Euro | 1 Tag | selten |
| 2 Zimmer, 55 Quadratmeter | 800 bis 1.800 Euro | 1 bis 2 Tage | bei Antiquitäten |
| 3 Zimmer, 75 Quadratmeter | 1.000 bis 2.500 Euro | 2 Tage | bei Antiquitäten, Schmuck, Werkzeug |
| Haus mit Keller und Dachboden | 2.500 bis 6.000 Euro | 3 bis 5 Tage | Einzelbewertung sinnvoll |
Hol drei Angebote ein und lass dir schriftlich geben, ob besenrein übergeben wird und ob die Entsorgungsgebühren enthalten sind. Manche Firmen rechnen einen Wertausgleich für verwertbare Gegenstände an, was den Preis um 10 bis 30 Prozent senken kann. Kleinere Mengen entsorgst du günstiger selbst, dazu passt der Beitrag zum Sperrmüll beim Umzug. Wichtige Papiere, Fotoalben und Schmuck sortierst du vorher selbst aus, niemals die Firma.
Ummeldung, Rundfunkbeitrag und Post
Das Heim wird zur neuen Wohnung im Sinne des Meldegesetzes. Die Anmeldung erfolgt innerhalb von zwei Wochen nach dem Einzug, meist mit einer Bestätigung der Einrichtung als Wohnungsgeber. Kann der Bewohner nicht selbst zum Amt, übernimmt das eine bevollmächtigte Person oder die rechtliche Betreuung. Der Ablauf steht im Beitrag zum Ummelden des Wohnsitzes.
Den Rundfunkbeitrag für die alte Wohnung meldest du ab. Für Zimmer in vollstationären Pflegeeinrichtungen gilt eine Sonderregelung, die der Beitragsservice im Einzelfall prüft. Reiche dafür die Bescheinigung der Einrichtung ein. Wie die Abmeldung läuft, zeigt der Beitrag zum Rundfunkbeitrag beim Umzug.
Ein Nachsendeauftrag für zwölf Monate fängt alles ab, was du vergessen hast. Danach gehst du die Verträge durch: Strom, Telefon, Zeitung, Versicherungen, Bank und Vereine. Viele Anbieter akzeptieren die Heimbescheinigung als Kündigungsgrund, auch wenn der Vertrag noch läuft.
Der Einzugstag selbst
Leg den Einzug auf einen Vormittag unter der Woche. Dann ist Personal da, das Zimmer ist vorbereitet, und der erste Kontakt fällt in eine ruhige Zeit. Richte das Zimmer ein, bevor der Bewohner ankommt, nicht danach. Vertraute Fotos an der Wand und die eigene Decke auf dem Bett ändern die erste halbe Stunde spürbar.
Bleib die ersten Stunden dabei, aber verabschiede dich klar und ohne langes Zögern. Vereinbare gleich einen festen Besuchsrhythmus und hinterleg deine Telefonnummer bei der Pflegedienstleitung. Wer den Wechsel behutsamer vorbereiten möchte, findet weitere Punkte im Beitrag zum Seniorenumzug.
Gibt es ein Sonderkündigungsrecht für die Wohnung beim Heimeinzug?
Nein, ein gesetzliches Sonderrecht besteht nicht. Es bleibt bei drei Monaten Frist. Schneller geht es nur über einen Aufhebungsvertrag oder einen selbst gestellten Nachmieter.
Wie schnell kann ich einen Heimvertrag wieder kündigen?
Spätestens am dritten Werktag eines Monats zum Ende desselben Monats, schriftlich. In den ersten zwei Wochen nach Vertragsbeginn ist eine Kündigung jederzeit und ohne Frist möglich.
Zahlt die Pflegekasse den Umzug ins Heim?
Die Transportkosten trägt sie nicht. Sie übernimmt die pflegebedingten Aufwendungen bis zum Betrag des jeweiligen Pflegegrads. Umzug und Haushaltsauflösung sind privat zu zahlen.
Was passiert mit Möbeln, die nicht ins Zimmer passen?
Sie gehen an Familie, Sozialkaufhaus oder Verwertung. Lass wertvolle Stücke vorher schätzen. Eine Haushaltsauflösungsfirma rechnet den Erlös auf Wunsch gegen den Auftragspreis an.
Wer kümmert sich, wenn der Bewohner selbst nichts regeln kann?
Eine Person mit Vorsorgevollmacht, sonst eine vom Betreuungsgericht bestellte rechtliche Betreuung. Ohne beides darf auch die Familie keine Verträge kündigen oder abschließen.

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