September 26, 2026

Post beim Umzug

Nachsendeauftrag oder Umzugsmitteilung: was du wirklich brauchst

Der Nachsendeauftrag leitet Briefe an deine alte Adresse sechs Monate lang an die neue weiter und kostet Geld. Die Umzugsmitteilung ist kostenlos, leitet aber nichts weiter, sondern gibt deine neue Adresse an teilnehmende Firmen.

Die kurze Antwort: Für einen normalen Umzug ist der Nachsendeauftrag die sichere Wahl, weil er jede Briefsendung an die alte Adresse abfängt. Die Umzugsmitteilung ergänzt ihn: Banken, Versicherungen und andere Partnerfirmen gleichen ihre Daten damit selbst ab. Allein reicht die Umzugsmitteilung nur, wenn du fast alle Absender ohnehin selbst informierst. Beide zusammen sind die bequemste Kombination.

MerkmalNachsendeauftragUmzugsmitteilung
Kosten privat31,90 Euro online, 34,90 Euro in der Filialekostenlos
Was passiertBriefe werden umgeleitetFirmen erhalten neue Adresse
Laufzeit6 MonateAbgleich bis zu 2 Jahre
Vorlaufmindestens 5 Werktagejederzeit
AnbieterDeutsche PostDeutsche Post Adress

Preise und Laufzeit laut Deutscher Post, Stand September 2026. Prüfe vor der Beauftragung die aktuellen Angaben auf deutschepost.de.

Was genau macht der Nachsendeauftrag?

Die Post sortiert jeden Brief, der an deine alte Adresse geht, aus und stellt ihn an der neuen zu. Das gilt für Briefe, Postkarten, Groß- und Maxibriefe, Einschreiben und adressierte Werbung in Umschlägen. Der Absender merkt davon nichts. Deshalb verlängert sich die Laufzeit der Briefe um ein paar Tage.

Ein privater Auftrag gilt für bis zu zwölf Personen eines Haushalts. Jede Person muss im Auftrag stehen, sonst wird ihre Post nicht umgeleitet. Das betrifft oft Kinder, Mitbewohner oder einen Partner mit anderem Nachnamen. Wie du den Auftrag Schritt für Schritt einrichtest, steht im Beitrag Nachsendeauftrag beim Umzug.

  • Nicht umgeleitet: Pakete und Päckchen. Diese Zusatzleistung hat die Post zum 1. Juli 2024 eingestellt.
  • Nicht umgeleitet: Zeitungen und Zeitschriften als Pressepost. Hier informierst du den Verlag selbst.
  • Nicht umgeleitet: Sendungen mit dem Vermerk nicht nachsenden.

Was genau macht die Umzugsmitteilung?

Die Umzugsmitteilung ist ein Datenservice. Du trägst alte und neue Adresse online ein. Die Deutsche Post Adress speichert diese Angaben in einer Umzugsdatei. Firmen, mit denen du bereits in Kontakt stehst, können ihre Kundendaten damit abgleichen und deine Adresse aktualisieren.

Laut Anbieter nutzen über 1.000 Unternehmen den Service, darunter Banken, Versicherungen, Energieversorger, Mobilfunkanbieter und Verlage. Der Abgleich ist bis zu zwei Jahre möglich. Du hast nach der Anmeldung drei Wochen Zeit, Angaben zu korrigieren, und kannst jederzeit stornieren.

Die Umzugsmitteilung leitet keinen einzigen Brief weiter. Schickt dir eine Firma, die nicht teilnimmt, etwas an die alte Adresse, landet es dort. Ob und wann eine Firma abgleicht, entscheidet sie selbst.

Welche Lösung passt zu deinem Umzug?

Die Entscheidung hängt davon ab, wie viel Post du bekommst und wie gut du deine Absender kennst. Diese Übersicht hilft bei der Einordnung.

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Single, fast alles digitalUmzugsmitteilung plus eigene Adressänderungen
Selbstständig oder freiberuflichNachsendeauftrag für Geschäftskunden
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Angehöriger ins PflegeheimNachsendeauftrag, mit Vollmacht

Die 31,90 Euro sind gut investiert, wenn auch nur ein wichtiger Brief sonst verloren ginge. Ein Mahnbescheid, eine Kündigung oder ein Bußgeldbescheid an die alte Adresse kann teurer werden als der ganze Auftrag.

Der Nachsendeauftrag ist außerdem nicht nur für Umzüge gedacht. Die Post nennt als Anlässe auch Sterbefälle, eine gerichtlich angeordnete oder privat bevollmächtigte Betreuung, eine Insolvenz und eine vorübergehende Abwesenheit, etwa bei einer Kur oder befristeten Versetzung. Kümmerst du dich um die Post eines Elternteils, der in ein Heim zieht, ist er deshalb meist das passende Werkzeug. Die Umzugsmitteilung hilft in diesen Fällen kaum, weil sie nur die Adresse verteilt.

Kannst du beides gleichzeitig nutzen?

Ja, und das ist sogar der Normalfall. Beim Nachsendeauftrag fragt die Post, ob sie deine neue Adresse zusätzlich an Vertragspartner weitergeben darf. Stimmst du zu, ist die Umzugsmitteilung damit bereits erledigt. Du musst sie nicht getrennt beantragen.

Wer die Datenweitergabe nicht möchte, lässt das Häkchen weg. Dann informierst du alle Absender selbst. Das ist mehr Arbeit, gibt dir aber volle Kontrolle darüber, wer deine neue Anschrift kennt.

Worauf achten Selbstständige und Firmen?

Für Betriebe, Firmen und öffentliche Einrichtungen gibt es einen eigenen geschäftlichen Nachsendeauftrag. Er kostet laut Deutscher Post 51,90 Euro online und 54,90 Euro in der Poststation. Ein privater Auftrag deckt Post an deinen Firmennamen nicht ab, auch wenn das Büro in deiner Wohnung sitzt.

Für Selbstständige mit Büro zu Hause heißt das oft: zwei Aufträge, einer privat und einer geschäftlich. Die Umzugsmitteilung ersetzt den geschäftlichen Auftrag nicht, weil viele Geschäftspartner nicht am Datenabgleich teilnehmen. Denk außerdem an Impressum, Rechnungsvorlagen und Gewerbeamt. Was beim Amt zu tun ist, erklärt der Beitrag Gewerbe ummelden.

Wie erkennst du teure Drittanbieter?

Wer online nach einem Nachsendeauftrag sucht, landet schnell bei Seiten, die wie ein offizielles Formular aussehen. Mehrere Verbraucherzentralen warnen vor solchen Anbietern. Sie leiten deinen Antrag an die Post weiter und verlangen dafür ein Vielfaches des regulären Preises.

  • Adresse prüfen: Den Nachsendeservice gibt es im Shop der Deutschen Post oder in Filialen und Poststationen.
  • Preis vergleichen: Liegt der Betrag deutlich über den 31,90 Euro für Privatkunden, bist du beim falschen Anbieter.
  • Umzugsmitteilung: Sie ist kostenlos. Wer dafür Geld verlangt, ist nicht die Post.
  • Schon passiert: Wende dich an die Verbraucherzentrale, bevor du eine überhöhte Rechnung bezahlst.

Wen musst du trotzdem selbst informieren?

Weder Nachsendeauftrag noch Umzugsmitteilung ersetzen die Pflichten, die du selbst erledigen musst. Verlass dich bei Behörden und wichtigen Verträgen nicht auf den Datenabgleich, sondern melde die neue Adresse aktiv.

  1. Meldebehörde: Anmeldung der neuen Wohnung, siehe Wohnsitz ummelden.
  2. Krankenkasse: Adresse ändern, siehe Krankenkasse ummelden.
  3. Versicherungen: vor allem Hausrat und Haftpflicht, siehe Versicherungen ummelden.
  4. Rundfunkbeitrag: Beitragskonto umziehen, siehe Rundfunkbeitrag ummelden.
  5. Arbeitgeber, Onlineshops und Paketdienste: Adresse im Kundenkonto selbst ändern.

Nutze die sechs Monate des Nachsendeauftrags als Suchhilfe. Jeder Brief, der noch an die alte Adresse gerichtet ist, zeigt dir einen Absender, dem du die neue Anschrift noch mitteilen musst.

Ist die Umzugsmitteilung wirklich kostenlos?

Ja. Die Umzugsmitteilung der Deutschen Post Adress kostet dich nichts. Achte darauf, sie auf der offiziellen Seite abzuschließen. Drittanbieter verlangen für ähnliche Formulare teilweise hohe Gebühren.

Kann ich den Nachsendeauftrag über sechs Monate hinaus nutzen?

Die Post bietet den Nachsendeservice mit sechs Monaten Laufzeit an. Brauchst du länger, musst du rechtzeitig einen neuen Auftrag stellen. Nutze die Zeit lieber, um alle Absender direkt zu informieren.

Kommen Pakete über den Nachsendeauftrag an?

Nein. Seit dem 1. Juli 2024 werden DHL Pakete und Päckchen nicht mehr nachgesandt. Ändere deine Lieferadresse in allen Onlineshops und lege bei DHL einen Ablageort an der neuen Adresse fest.

Wie früh muss ich den Nachsendeauftrag stellen?

Spätestens fünf Werktage vor dem gewünschten Beginn, empfohlen sind zwei bis drei Wochen. So läuft die Umleitung ab dem ersten Tag in der neuen Wohnung ohne Lücke.

Gibt die Umzugsmitteilung meine Adresse an Werbefirmen?

Laut Anbieter erhalten nur Vertrags- und Kommunikationspartner Zugriff, mit denen du bereits in Beziehung stehst. Der Abgleich läuft über Name und alte Anschrift. Wer das nicht möchte, verzichtet auf den Service.

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